Bei der gestrigen Angelus-Ansprache hat der Papst ans Lukas-Evangelium erinnert und dass man "Tiefer, ans intime der Person rühren" müsse, um einen Menschen ganz zu heilen. Genau das hatte der 60-jährige Kurienprälat Monsignore Tommaso Stenico auch vor, als er sich im Vatikan mit einem 16-jährigen Strichjungen verabredete, ihn sich auf dem Sofa ausstrecken ließ und sagte: "du bist sehr süß."
Monsignore Stenico: "was bist du für ein guter Junge!"
"Grazie", sagte der Junge. "Du bist zu süß", präzisierte der Geistliche, der ein hohes Amt in der Kongregation für den Klerus inne hat. "Danke, danke", sagte der Junge, "Aber du bist bei mir, um zu sündigen gegen Gott." - "Ich empfinde es nicht als Sünde", antwortete darauf hin Stenico, um wenig später das Treffen abzubrechen: "wir machen nichts, weil ich sehe, dass du vor eingenommen bist. Ich bringe dich zum Aufzug. Wenn jemand dich anhält, sagst du nichts zu niemandem, okay? Ruf mich an, wenn du willst. Was bist du für ein guter Junge!"
Ganz so gut auch wieder nicht, denn der 16-jährige war im Auftrag des unabhängigen TV-Senders "La 7" unterwegs und mit Mikro und Kleinstkamera ausgestattet - gemäß Lukas Kapitel 17, Vers14: "gehet hin und zeigt euch den Priestern!" Nachdem die Sendung "Exit" am 1. Oktober ausgestrahlt wurde (und der Prälat bestätigt hatte, "die Episode" habe sich "tatsächlich zugetragen"), wurde Stenico vom Dienst suspendiert, "wegen eines Verhaltens, das mit dem Priesterdienst und dem Heiligen Stuhl nicht zu vereinbaren ist", so Papst-Sprecher Federico Lombardi. Kardinal Julián Herranz, der Vorsitzende der Disziplinarkommission des Vatikans, hat ein Verfahren angekündigt.
Stenico hatte den 16-jährigen über einen Chat-Room kennen gelernt und sich per Handy verabredet, am Sonntag: "dann werden wir uns vergnügen", ist er zu hören. Er holte den Jungen mit seinem Auto ab. Auf der Fahrt erzählt er (all dies ist mit geschnitten), wie einfach es sei, in Rom homosexuelle Bekanntschaften zu machen, und wie hilfreich ein Priesterkragen dabei sei. Er selbst habe ein Jahr lang eine Affäre mit einem sizilianischen Jungen gehabt: "wir waren ein Paar, wir lebten gut zu sammen, ein schönes Verhältnis."
Priesterfreunde von ihm hätten "Geschichten mit Jungs", wobei man sich nicht in den Pfarreien treffe, sondern anders wo, von Zeit zu Zeit, natürlich immer mit der höchsten Vorsicht und Diskretion. Dann fragt er den Jungen, ob er mit ihm Liebe machen wolle.
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